Autozug LeShuttle
Mit dem Motorrad durch den Eurotunnel nach England
Halber Pkw-Tarif für Maschine, Fahrer, Beifahrer und Seitenkoffer, dazu 35 Minuten im Trockenen.
- Halber Pkw-Tarif, Fahrer, Beifahrer und Seitenkoffer eingeschlossen
- Motorradparkplatz mit Helmschließfächern am Eingang des Terminals Calais
- Kein vorrangiges Boarden für Motorräder, auch nicht mit Flexiplus
- 35 Minuten Fahrzeit im Tunnel
- Wetterunabhängig, kein Verzurren an Deck
- Bis zu vier Abfahrten pro Stunde

Ratgeber
Motorrad, Tarif und Ablauf
Inhaltsverzeichnis
Für Motorradfahrer ist der Autozug die ruhigste Art, den Ärmelkanal zu queren. Die Maschine steht 35 Minuten auf ihrem Ständer, du sitzt daneben oder gehst ein paar Schritte im Waggon, und Wind, Regen und Seegang bleiben draußen. Der Tarif ist die zweite gute Nachricht: Motorräder zahlen die Hälfte des Pkw-Preises, und darin sind Fahrer, Beifahrer und Seitenkoffer bereits enthalten.
Tarif und Buchung
Anders als bei der Fähre zahlst du nicht pro Person, sondern pro Fahrzeug, und das Motorrad gilt als halbes Auto. Die Tarifstufen sind dieselben wie für Pkw, von der eng gebundenen Tagesausflugs-Variante bis zu den flexiblen Tickets mit kostenloser Umbuchung. Welche Bedingungen für Aufenthaltsdauer, Umbuchung und Erstattung gelten, zeigt die Übersicht auf der Seite Tickets und Preise. Ein Punkt fällt für dich weg: Vorrangiges Boarden ist für Motorräder ausgeschlossen, auch in den teuersten Tarifen.
Wie beim Auto entscheidet der Zeitpunkt über den Preis. Von Calais nach Folkestone liegt die Hauptverkehrszeit üblicherweise zwischen 14:00 und 24:00 Uhr, in der Gegenrichtung zwischen 06:00 und 16:00 Uhr; in den Schulferien verschieben sich die Fenster. Wer eine Randzeit wählt, fährt günstiger und wartet kürzer.
Ablauf am Terminal
Am Terminal solltest du spätestens eine Stunde vor der gebuchten Abfahrt eintreffen, frühestens zwei Stunden. Vorher trägst du die Passdaten aller Mitreisenden online ein, spätestens 24 Stunden vor der Abfahrt. Der Check-in läuft am Automaten mit Karte oder Buchungsnummer, das Kennzeichen wird automatisch erkannt. Du erhältst einen Anhänger mit dem Buchstaben deiner Abfahrt und achtest auf die Anzeigetafeln, die diesen Buchstaben zum Boarden aufrufen.
In Calais liegt der Motorradparkplatz mit Helmschließfächern direkt am Eingang des Terminalgebäudes. Danach folgt die Grenzkontrolle: Franzosen und Briten kontrollieren beide vor der Abfahrt, bei der Ankunft wirst du nicht noch einmal geprüft. Das Boarding beginnt 25 Minuten vor der Abfahrt. Auf dem Waggon weist das Personal die Maschinen ein. Die Wege am Terminal beschreiben die Seiten Terminal Calais und Terminal Folkestone.
Papiere und Ausschlüsse
Der Führerschein deines Heimatlandes wird in Großbritannien anerkannt. Dazu gehören Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis, also die Grüne Karte oder ein gleichwertiger Nachweis mit Versicherer, Kennzeichen und Laufzeit. Für dich und deinen Beifahrer gelten Reisepass und ETA, nachzulesen auf der Seite Einreise und Zoll. Nicht befördert werden Fahrzeuge, die ganz oder teilweise mit LPG oder einem anderen brennbaren Gas fahren. Reservekraftstoff ist begrenzt: drei Kunststoffkanister zu je 10 l oder ein Metallkanister mit 20 l, zusammen höchstens 30 l.
Die ersten Kilometer links
Nach der Ankunft rollst du ohne weitere Kontrolle direkt auf die M20. Für das Motorrad ist der Linksverkehr weniger eine Frage der Spiegel als der Reihenfolge im Kopf: Kreisverkehre werden im Uhrzeigersinn befahren, der Blick vor dem Abbiegen geht zuerst nach rechts, und beim Überholen liegt die schnellere Spur rechts. Die Scheinwerfereinstellung solltest du trotzdem anpassen. Es gelten 60 mph, also 96 km/h, außerorts und 70 mph, also 112 km/h, auf der Autobahn. Bis London sind es rund zwei Autostunden, beschrieben auf der Seite Mit dem Auto nach London. In Frankreich sind Warnweste und Warndreieck Pflicht, Radarwarner verboten, und für Umweltzonen brauchst du die Crit'Air-Plakette mit bis zu sechs Wochen Lieferzeit. Wer statt der Maschine das Rad mitnehmen will, findet die Regeln unter Fahrrad.
FAQ
Fragen zur Fahrt mit dem Motorrad
Was kostet die Überfahrt mit dem Motorrad?+
Motorräder zahlen die Hälfte des Pkw-Tarifs, und zwar inklusive Fahrer, Beifahrer und Seitenkoffer. Welcher Tickettyp mit welchen Umbuchungs- und Stornoregeln dahintersteht, zeigt die Übersicht auf der Seite Tickets und Preise.
Darf ich mit dem Motorrad zuerst auf den Zug?+
Nein. Vorrangiges Boarden gibt es aus Sicherheitsgründen nicht für Motorräder, auch nicht in den flexiblen Tarifen. Du wirst wie alle anderen über deinen Buchstaben aufgerufen, 25 Minuten vor der Abfahrt.
Wo lasse ich Helm und Jacke während der Wartezeit?+
Am Terminal in Calais gibt es direkt am Eingang einen Motorradparkplatz mit Helmschließfächern. So musst du die Ausrüstung nicht durch das Terminalgebäude tragen, während du auf den Aufruf wartest.
Brauche ich für die Einreise einen Reisepass?+
Ja, für Reisende aus der EU gilt der Reisepass, der Personalausweis genügt nicht, und zusätzlich brauchst du eine ETA. Die Passdaten trägst du spätestens 24 Stunden vor der Abfahrt online ein. Die Regeln erklärt die Seite Einreise und Zoll.
Wie lange dauert die Überfahrt?+
Planmäßig 35 Minuten von Bahnsteig zu Bahnsteig. Mit Anfahrt, Check-in und Grenzkontrolle solltest du deutlich mehr einplanen; die Gesamtrechnung steht auf der Seite Dauer.
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